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Ein sehr begehrter Roller

Ein sehr begehrter Roller

Wie in einer guten Liebesbeziehung: Wolfgang Hanf mit seinem Tatran.

Der Schlechtwetter-Roller

Vor 44 Jahren kaufte sich der Plauener Wolfgang Hanf einen Tatran 125 – und blieb ihm bis heute treu.

„1970, als ich 18 war, habe ich den Roller gebraucht gekauft und bin seitdem sehr viel damit gefahren. Er ist mit mir zusammen älter geworden, da baut man eine richtige Beziehung auf. Seine elegante Form fasziniert mich bis heute“, sagt Wolfgang Hanf aus Plauen über seine Leidenschaft für seinen Tatran 125 Typ 03B. 1974 fuhren er und seine Freundin Margot – heute seine Frau – mit dem Roller sogar bis an die Ostsee, zum Kap Arkona. „Meine Kumpels konnten das gar nicht glauben, aber es war so. Hinzu haben wir die Strecke in zwei Etappen bewältigt. Zurück nach Hause sind wir durchgefahren.“

Nachfolger des Manet 100

Der im Jahr 1968 im slowakischen Povazska Bystrica gebaute Motorroller trat die Nachfolge des fast baugleichen Manet 100 an. Sein 125 Kubikzentimeter großer, gebläsegekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor leistet sieben PS bei 5300 Umdrehungen in der Minute. Ein markantes Merkmal des Rollers ist seine Zwölf-Volt-Dyna-Startanlage. Sie erlaubt das Umschalten der Lichtmaschine, die dann Strom von der Batterie erhält- anstatt welchen an sie zu liefern. So kann sie als Anlasser arbeiten. Das erspart das lästige Ankicken, was besonders Fahrerinnen zu schätzen wussten. Überhaupt war der Roller als schickes Stadtfahrzeug konzipiert. „Den kann man im guten Anzug fahren. Mit der Scheibe bietet er einen guten Wetterschutz. Je schneller man fährt, desto trockener bleibt man.“

Schriftzug am Heck des Rollers.

Seinen Ruf als Schlechtwetterfahrzeug verdankt der Roller aber auch einer negativen Eigenschaft: „Wenn das Wetter im Sommer richtig heiß ist, kommt man mit dem Tatran nicht weit. Zündspule und Kondensator werden dann so heiß, dass Fehlzündungen auftreten und der Motor zu patschen anfängt. Am besten fährt er, wenn es 15 bis 20 Grad warm ist, und es leicht regnet.“ Auch dass für Reparatur- und anstehende Wartungsarbeiten erst die Motorhaube, die Sitzbank und der Gepäckträger entfernt werden müssen, war von Nachteil.Heute machen dagegen solche Eigenheiten den ganz besonderen Reiz eines Oldtimers aus. Als gelernter Reparaturschlosser ließ sich Wolfgang Hanf ohnehin nicht davon abhalten, seine Rollerleidenschaft schon zu DDR-Zeiten zu vertiefen. Da die Ersatzteilproduktion schon Mitte der Siebzigerjahre in der Slowakei endete, gaben viele Werkstätten die Reparatur auf. Rollerfans wie Wolfgang Hanf bot sich damit die Chance, Spezialwerkzeug und Teile zu erwerben.

Spartanische Armaturenbrett.

 

 Werkeln mit Suchtfaktor
Diese Vorsorge erwies sich bei der 2011 fällig gewordenen, zwei Jahre währenden Generalüberholung des Fahrzeugs als große Hilfe. „Inzwischen wartet schon der nächste Tatran auf die Restaurierung. Das ist wie eine Sucht. Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören.“

Kontakte

Wolfgang Hanf würde sich über Kontakt zu Gleichgesinnten zum Thema Tatran-125 freuen. Seine Telefonnummer lautet: 0152 27395020.

Oldie-Liebhaber, die ihre Schätze gern einmal vorgestellen möchten, können der Redaktion schreiben unter info@redaktion-nutzwerk.de

 
erschienen am 10.03.2015 ( Von Jens Kraus (Text und Fotos) )

© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KGV

Andreas

5 Gedanken zu „Ein sehr begehrter Roller

Nowhere ManGeschrieben am  8:52 pm - Apr 10, 2015

Ja, ist schon etwas kurios, der Tatran S125, nach der Einstellung der Produktion der IWL-Roller: Wiesel, Berlin und Troll (1969) war es m.E. der einzigste Roller im Ostblock noch gebaut wurde. 1969 wurde die Produktion des technisch innovativen Rollers auch eingestellt. Technisch Innovativ, weil er eine Lichtmaschine hatte, die auch als Starter funktionierte, der Dynastarter. Auch war es ein 12 V-Fahrzeug, erreicht hatte man dies durch die Reihenschaltung zweier 6 V-Akkus.
So genug in Ostalgie geschwelgt, ich habe nie einen Manet, die Vorgängerin, oder einen Tatran besessen, also ehe ich Stuß erzähle, schweige ich lieber.
Information findet ihr hier:
http://www.tatran.net/
http://www.ostmotorrad.de/andere/tatran/

… und immer schön neugierig bleiben!

El Gato Negro.

BerniburgerGeschrieben am  10:06 am - Apr 11, 2015

Sorry, ich hatte und habe zwar nie einen Ost-Roller gehabt, aber dafür habe ich einen West-Roller (Heinkel 103 A1, Bj 1959) Heinkel hat seit dem Modell 102 A1 Bj 7/54 bis zum Produktionsende des Modell 103 A2, 12/65 einem Luftgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor mit Dynastarter und Reihenschaltung zweier 6 V-Akkus (12 Volt)
Genug, es ist Geschichte und freuen uns unseren Plastik Rollern (AN 650, L3) um die Chaussee zu erkunden.
Freue mich auf den August und wünsche eine schöne Saison.
Bernd

Nowhere ManGeschrieben am  10:10 am - Apr 12, 2015

Ach du bist im Mai nicht dabei, Bernd? Ich dachte wir sehen uns bei der ART 2015?!
Für mich war dieser „Starter-Roller“ einmalig, wir durften ja nicht hinter den großen Gartenzaun. Und vom „Klassenfeind“ wußten wir nur, dass ein Mercedes ein imperialistisches, revanchistes Feindfahrzeug ist, was keiner haben wollte – und dies jetzt bitte durch die rosarote Humorbrille lesen.
Es ist eben schon erstaunlich, daß die Technik schon sehr lang bekannt war und hier im Osten mußten wir eine 350-er JAWA auch noch antreten oder ne AWO, welche dann auch gern mal zurück trat ;-)))

Grüße der Nowhereman

BerniburgerGeschrieben am  12:46 pm - Apr 12, 2015

Im Mai bin ich beim ART und der Planung nach am Montag Tourguide

Reichel ThomasGeschrieben am  10:21 pm - Feb 15, 2019

Es ist einer der modernsten und zugleich schönsten Roller der 60 ziger Jahre! 12 Volt, Blinkanlage , Form und Design außergewöhnlich und Reparaturfreundlich.

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