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Die Polenz

Die Polenz entspringt an der deutsch-tschechischen Landesgrenze zwischen den Dörfern Langburkersdorf und Nová Víska (Neudörfel bei Nieder Einsiedel) aus neun Quellen, die sich südwestlich des 461 m hohen Roubený (Raupenberg) größtenteils auf deutschem Gebiet befinden und sich in 363 m vereinigen. Der Oberlauf der Polenz bildet die natürliche Grenze zwischen dem Hohwald und der Sächsischen Schweiz.

Panorama von Porschdorf © Queryzo

Panorama von Porschdorf
© Queryzo

An  ihrem Lauf nach Westen liegen das langgezogene Waldhufendorf Langburkersdorf, die Stadt Neustadt in Sachsen und das Dorf Polenz.

Unterhalb des Hohen Birkigts bildet die Polenz in südwestlicher Richtung ein enges, tiefes Tal mit zahlreichen Flussschleifen. Das obere Polenztal ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Polenztal. Bei der Bockmühle nahe Cunnersdorf liegen die Märzenbecherwiesen im Polenztal, eines der größten natürlichen Vorkommen wildwachsender Märzenbecher innerhalb Deutschlands und im Frühjahr ein viel besuchtes Ausflugsziel.

Nahe der Stadt Hohnstein unterhalb des Hocksteins quert die Polenz die sogenannte Lausitzer Überschiebung, wo sich der Lausitzer Granit als tektonische Platte über die Sandsteinschichten des Elbsandsteingebirges, Sedimente eines einstigen küstennahen Meeresbodens, geschoben hat. An dieser Stelle wechselt die Form des Tales unvermittelt von der granittypischen V-Form zu einer canonartigen Form mit hohen, senkrechten Sandsteinwänden. Dieser Formenwechsel entsteht durch die unterschiedlichen Vorgänge bei der Verwitterung der beiden Gesteinstypen.

Oberhalb des Seitentales Schindergraben bei Hohnstein befindet sich als bekanntes Wanderziel die Gautschgrotte. Rechts der Polenz erstreckt sich das schütter bewaldete schmale Felsplateau Ziegenrücken, links folgen dann die Wandfluchten des Brands sowie der klammartig in den Sandstein eingeschnittene Tiefe Grund westlich von Waitzdorf. Oberhalb von Porschdorf, am Felsmassiv der Ochel zwischen derFrinztalmühle und der Felsformation Gluto, vereinigt sich die Polenz nach zirka 31,3 Kilometern mit der Sebnitz zum Lachsbach.

Auch das gehört zur Polenz.

Flossenbuerg_12

„Tal des Todes“ mit Gedenkanlagen © Mike aus dem Bayerwald

Im  Gluto wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein Außenlager des KZ Flossenbürg für 250 Häftlinge eingerichtet, die zu den Bauarbeiten für das in den Sandsteinfelsen bei Porschdorf begonnene unterirdische Verlagerungsobjekt Schwalbe III herangezogen wurden. Hier sollten Maschinen für die Hydrierwerke Brüx hergestellt werden. Mitte März 1945 wurde die Auffahrung nach Erdarbeiten und einigen Metern Stollenvortrieb wieder eingestellt und zwölf der vorwiegend italienischen Häftlinge in das Objekt Dachs VII bei Zatzschke verlegt. Nachdem am 20. März 1945 der Abtransport von 21 nicht arbeitsfähigen Häftlingen nach Leitmeritz erfolgt war, begann für die verbliebenen über 200 Menschen in den letzten Kriegstagen ein Todesmarsch, der in Oelsen endete und den etwa 80 Häftlinge überlebten.

Text © Wikipedia

Beitragsbild © andre123